In der Filmbranche trägt kaum jemand nur einen Titel. Johannes Gall ist das perfekte Beispiel dafür: Aufnahmeleiter, Green Consultant, Kameramann, Produzent. Seit über zehn Jahren bewegt er sich durch verschiedenste Produktionskontexte – von klassischen Werbefilmen bis hin zu komplexeren Spielfilmsets. Was ihn dabei auszeichnet, ist nicht nur seine Vielseitigkeit, sondern ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge hinter den Kulissen – zwischen Teamdynamik, Organisation, Technik und Verantwortung. Im Gespräch mit uns wird klar: Filmproduktion ist für Johannes weniger ein Berufsfeld als ein System, das man ständig neu ausbalancieren muss.
Ein multidisziplinärer Weg in die Branche
Johannes’ Einstieg in die Filmwelt begann früh – aber nicht klassisch. Statt über eine reine Filmhochschule führte ihn sein Weg über ein praxisnahes Studium in digitaler Filmproduktion & VFX an der SAE Stuttgart. Bereits während des Studiums war er freiberuflich aktiv – eine Entscheidung, die ihn mit allen realen Anforderungen konfrontierte, die Filmproduktion jenseits des Lehrplans mit sich bringt: Zeitdruck, Teamarbeit, technische Anforderungen, Improvisation.
Nach dem Studium sammelte er zunächst Erfahrung als Junior Producer in einer Werbeagentur, bevor er 2014 sein eigenes Unternehmen gründete: Green Medien Film & Service. Die Firma spezialisierte sich früh auf Werbefilme und Livestream-Angebote für kleine und mittelständische Unternehmen – ein Markt, in dem technische Qualität, schnelle Abwicklung und persönliche Kommunikation Hand in Hand gehen müssen.
„Ich habe früh gemerkt, dass ich gerne organisiere, aber auch gerne kreativ bin. Und dass es im Filmbereich wahnsinnig hilft, wenn man beides kann.“
Diese Eigenständigkeit prägt seine Haltung bis heute: Wer in der Filmbranche Verantwortung übernehmen will, muss vor allem bereit sein, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Johannes bringt das mit einer pragmatischen Klarheit zusammen – als jemand, der sich in technischen wie organisatorischen Fragen gleichermaßen wohlfühlt.
Koordinieren, steuern, reagieren: Alltag als (Motiv-)Aufnahmeleiter
Seit 2016 ist Johannes regelmäßig als (Motiv-)Aufnahmeleiter im Einsatz – eine Rolle, die organisatorische Stärke, Nervenstärke und soziale Intelligenz vereint. Ob bei Werbung oder Spielfilm: Wer diesen Job übernimmt, muss komplexe Drehbedingungen mit Zeitplänen, Genehmigungen, Verkehrsregelungen, Teambedürfnissen und Setabläufen synchronisieren.
Gerade in kleineren oder hybriden Produktionen übernimmt Johannes oft Aufgaben weit über den klassischen Rahmen hinaus – etwa wenn Kamera- oder Lichtpositionen schnell mitkoordiniert werden müssen, weil der nächste Motivwechsel ansteht und die Technik gleichzeitig betreut werden will.
„Manchmal organisiere ich morgens die Motivlogistik, checke noch eben die Wetterlage – und ein paar Stunden später stehe ich mit am Set und schiebe ein Licht.“
Was dabei zählt, ist weniger perfekte Vorbereitung als die Fähigkeit, mit Unvorhergesehenem umzugehen – und das Team trotzdem ruhig und effektiv durch den Tag zu bringen. Es ist diese Mischung aus Struktur und Improvisation, die seine Rolle ausmacht: klare Prozesse, aber immer mit Plan B, C und D im Hinterkopf.
Kommunikationsrealität statt Tool-Utopie
Ein zentrales Thema im Produktionsalltag ist und bleibt die Kommunikation – vor, während und nach dem Dreh. In der Praxis erlebt Johannes eine Vielzahl paralleler Systeme: Mails, Anrufe, WhatsApp-Gruppen, geteilte Ordner, Dropbox-Links, Excel-Sheets – jeder arbeitet ein bisschen anders, keiner hat den vollständigen Überblick.
Diese Fragmentierung erzeugt Redundanz, Reibung und Unsicherheit. Entscheidungen werden doppelt getroffen, Informationen gehen unter oder kommen zu spät, Missverständnisse sind an der Tagesordnung.
„Man verliert enorm viel Zeit mit dem Wiederholen von Informationen. Die größten Verzögerungen am Set entstehen nicht wegen Technik – sondern wegen Kommunikationsproblemen.“
Und obwohl fast jede Produktion mit digitalen Tools arbeitet, mangelt es an echter Integration. Johannes sieht in Software keinen Wunderschlüssel, aber sehr wohl einen entscheidenden Hebel – wenn sie an die Bedürfnisse des Produktionsalltags angepasst ist.
Genau hier will Relionite ansetzen: Prozesse bündeln, Teams entlasten und die ständige Wiederholung vermeidbarer Abstimmungen verhindern.
Green Consulting: Nachhaltigkeit jenseits von PR
Seit 2019 ist Johannes zudem als IHK-zertifizierter Green Consultant tätig – eine Rolle, die häufig unterschätzt wird. Während Nachhaltigkeit in der Filmbranche oft als Zusatzthema behandelt wird, sieht er sie als integralen Bestandteil jeder verantwortungsvollen Produktion.
Dabei geht es nicht nur um die großen Hebel wie CO₂-Bilanz oder Materialeinsparung, sondern auch um viele kleinere Entscheidungen, die sich im Laufe einer Produktion summieren: Anreisewege, Stromverbrauch, Catering, Müllmanagement, Nachnutzung von Sets oder Requisiten.
„Ich bin kein Dogmatiker. Aber wenn man eine einfache, sinnvolle Lösung für ein Problem hat – warum sollte man sie nicht nutzen?“
Besonders wichtig ist ihm dabei, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu denken – nicht nur ökologisch, sondern auch sozial: faire Arbeitszeiten, transparente Kommunikation, ein respektvoller Umgang im Team.
Digitalisierung als Unterstützung, nicht als Selbstzweck
Aus seiner Doppelperspektive als Organisator und Nachhaltigkeitsberater wird deutlich: Digitalisierung allein bringt noch keine Effizienz. Nur wenn Prozesse wirklich durchdacht, sinnvoll eingebettet und praxisnah gestaltet sind, entsteht ein Mehrwert – für den Menschen am Set, nicht nur für die Kalkulation.
„Was mir oft fehlt, ist ein Tool, das den Rhythmus der Produktion versteht. Ich will kein Excel in hübsch – ich will ein System, das uns die Arbeit wirklich abnimmt.“
Was Johannes dabei sucht – und was Relionite bieten will – ist ein Werkzeug, das nicht den Produktionsalltag neu erfindet, sondern ihn endlich abbildet, ohne ihn zu verkomplizieren. Etwas, das Absprachen ersetzt, Nachfragen minimiert und Übersicht erzeugt – ohne dass dafür zehn Apps, fünf Listen und drei Telefonate nötig sind.
Fazit: Zwischen Umsetzung und Überblick
Johannes Gall steht für eine Produktionsrealität, die vielen vertraut ist – aber selten so klar ausgesprochen wird. Zwischen kreativer Zusammenarbeit und organisatorischem Spagat, zwischen Nachhaltigkeit und Zeitdruck, zwischen selbstständigem Denken und strukturellem Chaos bewegt er sich souverän und lösungsorientiert.
Was dabei hilft, ist nicht nur Erfahrung, sondern die Bereitschaft, Dinge anzupassen – Tools, Abläufe, Erwartungen. Und genau das ist auch die Vision von Relionite: Filmproduktion nicht neu erfinden, sondern besser koordinieren. Weniger Reibung, mehr Klarheit. Damit das Team wieder den Kopf frei hat – für das, worauf es wirklich ankommt.